Schmerz ist eine komplexe Sinneswahrnehmung, die als akutes Geschehen den Charakter eines Warn- und Leitsignales aufweist. Beim chronischen Schmerz geht dieser Charakter verloren und er wird als eigenständiges Krankheitsbild gesehen und behandelt. Es bestehen komplexe Wechselwirkungen zwischen biologischen, psychischen und sozialen Faktoren. Der Schmerz ist keine Einbahnstraße, bei der lediglich Signale aus dem Körper an das Gehirn übermittelt werden. Es sorgen Filterprozesse im zentralen Nervensystem dafür, dass eine körperliche Schädigung nicht zwangsläufig zum Schmerz führt (z.B. kurzfristige Schmerzfreiheit nach schwerer Verletzung bei einem Verkehrsunfall) und umgekehrt können Schmerzen auch ohne körperliche Schädigung bestehen (z.B. Phantomschmerz). Schmerz ist demnach das, was man empfindet.
In der speziellen orthopädischen Schmerztherapie steht die Reduktion der Schmerzen, aber auch der Umgang mit Schmerzen im Mittelpunkt. Deshalb ist eine frühzeitige und ausreichende Schmerzbekämpfung mit Medikamenten wichtig. Verhaltenstherapeutische Therapieansätze, Entspannungstechniken, Bewegungstherapie, Thermo- und Elektrotherapie kommen zum Einsatz. Diese Kombinationstherapien in interdisziplinärer und interprofessioneller Zusammenarbeit führen zu einem hohen Therapieerfolg. |